eFuels als Technologieoption für zukünftige Mobilitätsanwendungen
Mobilität und Energieversorgung befinden sich im Wandel. NORDOEL beschäftigt sich im Rahmen verschiedener Entwicklungsprojekte und Kooperationen mit alternativen und synthetischen Kraftstoffen. Dabei geht es insbesondere darum, deren Herstellung, technische Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten in unterschiedlichen Anwendungen zu erproben und weiterzuentwickeln.
Für zukünftige Mobilitätsanwendungen werden unterschiedliche Technologien und Energieträger betrachtet. Dazu gehören unter anderem batterieelektrische Antriebe, Wasserstoff sowie erneuerbare und synthetische Kraftstoffe. Welche Technologie für eine bestimmte Anwendung geeignet ist, hängt unter anderem vom Fahrzeug, dem Einsatzgebiet, der verfügbaren Infrastruktur und der Energieversorgung ab.
NORDOEL sammelt bereits praktische Erfahrungen mit unterschiedlichen Kraftstoffkonzepten im Motorsport. Dazu zählen unter anderem Einsätze und Kooperationen beim ADAC RAVENOL 24h-Rennen, im Porsche Sports Cup Deutschland sowie in der FIM Superbike World Championship (WorldSBK) gemeinsam mit BMW Motorrad Motorsport. Der Einsatz unter Rennbedingungen ermöglicht es, Kraftstoffe unter hohen technischen Belastungen praktisch zu erproben und Erkenntnisse für deren Weiterentwicklung zu gewinnen.
Auch außerhalb des Motorsports kommen synthetische Kraftstoffe von NORDOEL bereits in ausgewählten Anwendungen zum Einsatz. Seit Juni 2024 nutzt Harley-Davidson Kiel einen von NORDOEL gelieferten synthetischen Kraftstoff als „Customer First Fill“ für Neufahrzeuge.
Wie eFuels hergestellt werden können
Als eFuels werden synthetische Kraftstoffe bezeichnet, bei deren Herstellung elektrische Energie eingesetzt wird. Für die Herstellung können verschiedene Prozesswege genutzt werden. Eine mögliche Prozesskette beginnt mit der Erzeugung von Wasserstoff durch Elektrolyse. Dabei wird Wasser mithilfe von Strom in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten.
Wird hierfür Strom aus erneuerbaren Energiequellen eingesetzt, kann erneuerbar erzeugter Wasserstoff als Ausgangsstoff für die weitere Synthese dienen. Zusammen mit Kohlenstoffdioxid (CO₂) kann der Wasserstoff anschließend zur Herstellung kohlenstoffhaltiger Zwischenprodukte und synthetischer Kraftstoffe genutzt werden. Welche CO₂-Quelle und welcher Herstellungsweg zum Einsatz kommen, hängt vom jeweiligen Produktionsverfahren und den regulatorischen Anforderungen ab.
Fischer-Tropsch-Verfahren
Beim Fischer-Tropsch-Verfahren werden Wasserstoff und Kohlenstoffmonoxid als sogenanntes Synthesegas zu Kohlenwasserstoffen umgesetzt. Wird CO₂ als Kohlenstoffquelle eingesetzt, muss dieses zunächst in Kohlenstoffmonoxid beziehungsweise ein geeignetes Synthesegas überführt werden. Die dabei entstehenden Kohlenwasserstoffe können anschließend weiterverarbeitet und zu verschiedenen flüssigen Kraftstoffen aufbereitet werden.
Methanol-to-Gasoline-Verfahren (MtG)
Ein weiterer Herstellungsweg führt über Methanol. Methanol kann unter anderem aus Wasserstoff und einer Kohlenstoffquelle wie CO₂ hergestellt werden. Wird dabei Wasserstoff aus erneuerbar erzeugtem Strom eingesetzt und werden die weiteren regulatorischen Voraussetzungen erfüllt, kann es sich um sogenanntes eMethanol handeln.
Beim Methanol-to-Gasoline-Verfahren (MtG) wird Methanol anschließend katalytisch in synthetische Kohlenwasserstoffe umgewandelt und zu Ottokraftstoff aufbereitet. Das MtG-Verfahren beschreibt damit den Verarbeitungsschritt von Methanol zu synthetischem Ottokraftstoff und nicht die Herstellung von Methan.
Vom Demonstrationsmaßstab zur geplanten industriellen Produktion
Im Forschungsprojekt DeCarTrans wird die Methanol-to-Gasoline-Technologie unter anderem in einer Demonstrationsanlage an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg untersucht und weiterentwickelt. Im Mittelpunkt stehen dabei beispielsweise die Prozessstabilität, der Dauerbetrieb der Anlage, die Kraftstoffqualität sowie die Bewertung der Prozesskette.
German eFuel One plant in Steyerberg eine industrielle Methanol-to-Gasoline-Anlage zur Herstellung von synthetischem Ottokraftstoff. Die Anlage soll Methanol mithilfe der CAC METHAFUEL®-Technologie zu synthetischem Ottokraftstoff verarbeiten. Die Inbetriebnahme ist nach aktuellem Projektstand für das Jahr 2029 vorgesehen.
Für die geplante Anlage werden unterschiedliche Bezugsoptionen für Methanol betrachtet, darunter eMethanol und biogenes Methanol. Herkunft, Zertifizierung und Treibhausgasintensität der tatsächlich eingesetzten Rohstoffe sowie weitere Faktoren der Energieversorgung und Lieferkette sind für die spätere Treibhausgasbilanz des produzierten Kraftstoffs maßgeblich.
Ziel der Produktentwicklung ist ein synthetischer Ottokraftstoff, der die Anforderungen der DIN EN 228 erfüllt und damit in entsprechend freigegebenen Fahrzeugen und Kraftstoffanwendungen eingesetzt werden kann.
UNSERE ENGAGEMENTS FÜR DEN EINSATZ VON eFUELS
UNSER ENGAGEMENT VON NORDOEL
NORDOEL ist Mitglied der eFuel Alliance. Die Initiative setzt sich nach eigener Darstellung für die Weiterentwicklung und den Markthochlauf synthetischer Kraft- und Brennstoffe ein. eFuels können unter bestimmten Voraussetzungen eine Alternative zu fossilen Kraft- und Brennstoffen darstellen. Ihre Treibhausgasbilanz hängt insbesondere von der für die Herstellung eingesetzten Energie, der Herkunft des verwendeten Kohlenstoffs sowie von den jeweiligen Produktions- und Transportwegen ab. NORDOEL begleitet die Entwicklung synthetischer Kraftstoffe und informiert über deren mögliche Herstellung und Anwendung.
Race2eFuel beim 24h-Rennen 2022
Im Mai 2022 nahm das Team TGR-E United von Toyota Gazoo Racing Europe mit einem GR Supra GT4 am ADAC TotalEnergies 24h-Rennen auf dem Nürburgring teil. Im Rahmen des Race2eFuel-Projekts wurde das Fahrzeug mit dem synthetischen NORDOEL Racing eFuel 98 betrieben.
Der Renneinsatz diente dazu, den synthetischen Kraftstoff unter den anspruchsvollen Bedingungen eines 24-Stunden-Rennens praktisch einzusetzen. Das Team absolvierte 126 Runden und erreichte den dritten Platz in der AT-Klasse für Fahrzeuge mit alternativen Kraftstoffen. Seit diesem Einsatz beteiligt sich NORDOEL an weiteren Motorsportprojekten, in denen synthetische Kraftstoffe unter Rennbedingungen eingesetzt und erprobt werden.
HVO100 DIESEL BEREITS VERFÜGBAR UND IM EINSATZ
Die LOTHER GRUPPE vertreibt über ihre Tochtergesellschaft NORDOEL HVO100 Diesel (Hydrotreated Vegetable Oil) für unterschiedliche gewerbliche und institutionelle Anwendungen. Dazu zählen unter anderem Flughäfen, Häfen, Entsorgungsunternehmen, landwirtschaftliche Betriebe, Golfplätze, kommunale Reinigungsbetriebe und weitere gewerbliche Nutzer.
Beim Einsatz von HVO100 können sich die Emissionswerte eines Fahrzeugs oder einer Maschine gegenüber dem Betrieb mit konventionellem Dieselkraftstoff verändern. Auch Auswirkungen auf das Betriebs- und Motorengeräusch sind je nach Anwendung möglich. Die tatsächlichen Auswirkungen hängen unter anderem vom eingesetzten Fahrzeug oder Motor, dem Betriebszustand, der technischen Auslegung sowie vom verwendeten Vergleichskraftstoff ab.
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